













Unternehmensprofil
Merck - innovativ, spezialisiert, international
Merck ist ein weltweit tätiges Pharma- und Chemieunternehmen mit rund 33.000 Mitarbeitern in 60 Ländern und Gesamterlösen von rund 7,6 Mrd € (2008). Der Unternehmensbereich Pharma umfasst innovative rezeptpflichtige Arzneimittel sowie Produkte für die Selbstmedikation. Der Unternehmensbereich Chemie bietet Spezialprodukte für die Elektronik-, Farb-, Kosmetik-, Pharma- und Biotech-Industrie.
Das operative Geschäft wird unter dem Dach der Merck KGaA geführt, die ihren Sitz in Darmstadt (Deutschland) hat. Rund 30 Prozent des Gesamtkapitals sind im Besitz freier Aktionäre, rund 70 Prozent gehören der Familie Merck über die persönlich haftende Gesellschafterin E. Merck KG.
Merck ist das älteste pharmazeutisch-chemische Unternehmen der Welt - seine Wurzeln reichen bis in das Jahr 1668 zurück. Die einstige US-Tochtergesellschaft Merck & Co. ist seit 1917 ein von der Merck-Gruppe vollständig unabhängiges Unternehmen.
Das operative Geschäft wird unter dem Dach der Merck KGaA geführt, die ihren Sitz in Darmstadt (Deutschland) hat. Rund 30 Prozent des Gesamtkapitals sind im Besitz freier Aktionäre, rund 70 Prozent gehören der Familie Merck über die persönlich haftende Gesellschafterin E. Merck KG.
Merck ist das älteste pharmazeutisch-chemische Unternehmen der Welt - seine Wurzeln reichen bis in das Jahr 1668 zurück. Die einstige US-Tochtergesellschaft Merck & Co. ist seit 1917 ein von der Merck-Gruppe vollständig unabhängiges Unternehmen.
Finanzen & Investments
21.02.2011 - Merck: Ergebnis nach Steuern 2010 steigt um 70% auf 642 Mio. EUR
Darmstadt – Die Gesamterlöse der Merck-Gruppe erhöhten sich 2010 um 20% auf das Rekordniveau von 9.291 Mio EUR. Dieser starke Anstieg steht im Zusammenhang mit dem 5,1 Mrd EUR teuren Zukauf von Millipore im Juli 2010. Akquisitionen, darunter hauptsächlich Millipore, trugen 8,4% des Wachstums, positive Währungseffekte 3,7%. Organisch, d. h. um den Akquisitionseffekt und die Währungseinflüsse bereinigt, wuchs das Geschäft um 7,9%. Im vierten Quartal legten die Gesamterlöse um 26% auf 2.546 Mio EUR zu, im vergleichbaren Vorjahres-Quartal waren es 2.029 Mio EUR.
Die Herstellungskosten erhöhten sich um 18%. Die mit der Akquisition von Millipore übernommenen Vorräte wurden im Zuge der Kaufpreisallokation bereits mit dem Marktwert, basierend auf erzielbaren Verkaufserlösen, angesetzt und damit um 86 Mio EUR höher bewertet. Dieser Betrag wurde im 2. Halbjahr 2010 vollständig in den Herstellungskosten aufwandswirksam berücksichtigt und belastete damit die Bruttomarge einmalig. Insgesamt wuchs die Bruttomarge um 21% auf 6.905 Mio EUR. Die Marketing- und Vertriebskosten stiegen mit 20% relativ stark, da im Vergleich zum Vorjahr nun auch die Kosten der Millipore-Gesellschaften für ein halbes Jahr enthalten sind. Ohne die Akquisition und ohne Währungskurseinflüsse belief sich der Anstieg auf 7,9%. Der deutliche Anstieg der Verwaltungskosten um 12% beruhte hauptsächlich auf der erstmaligen Berücksichtigung der Millipore-Gesellschaften, die im Vorjahr noch nicht enthalten waren, sowie auf Währungskurseffekten. Organisch stiegen die Verwaltungskosten um 1,9%.
Die Forschungs- und Entwicklungskosten stiegen um 3,9% auf 1.397 Mio EUR. Dies entspricht einer auf die Gesamterlöse bezogenen Forschungsquote von 15% (Vorjahr 17%). Im vierten Quartal investierte Merck mit 363 Mio EUR 1,2% mehr in Forschung und Entwicklung als im Vorjahresquartal.
Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, die bisher im Wesentlichen solche für die immateriellen Vermögenswerte aus der Kaufpreisallokation für Serono enthielten, umfassen nun auch die Abschreibungen auf die im Rahmen der Kaufpreisallokation für Millipore identifizierten immateriellen Vermögenswerte. Die Abschreibungen stiegen dadurch deutlich an und belaufen sich für die Sparte Merck Millipore auf 96 Mio EUR. Wegen einer Neueinschätzung des Umsatzpotenzials für Safinamid hat Merck eine Wertminderung in Höhe von 134 Mio EUR auf einen Restbuchwert von 63 Mio EUR vorgenommen.
Insgesamt beläuft sich das operative Ergebnis der Merck-Gruppe auf 1.113 Mio EUR. Dies entspricht einem Anstieg um 72% gegenüber dem Vorjahr. Im vierten Quartal verdreifachte sich das operative Ergebnis fast, es lag mit 129 Mio EUR weit über den 44 Mio EUR aus dem Vorjahr. Das um Serono- und Millipore-bezogene Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte bereinigte operative Ergebnis stieg von 1.296 Mio EUR im Jahr 2009 auf 2.096 Mio EUR im Berichtsjahr. Im vierten Quartal 2010 betrug dieser Wert 538 Mio EUR verglichen mit 258 Mio EUR im vierten Quartal 2009.
Entwicklung wichtiger Kennzahlen
Die Umsatzrendite ROS (Return on Sales: operatives Ergebnis / Gesamterlöse) der Merck-Gruppe stieg von 8,4% im Vorjahr auf 12,0% im Berichtsjahr. Hierin drückt sich die verbesserte Gesamtgeschäftslage mit deutlich gestiegenen Gesamterlösen aus. Im vierten Quartal erreichte Merck eine Umsatzrendite von 5,1% verglichen mit 2,2% im Vorjahr. Die bereinigte Umsatzrendite der Merck-Gruppe (Core ROS: operatives Ergebnis ohne Serono- und Millipore-bezogene Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte / Gesamterlöse) fiel 2010 mit 22,6% höher aus als im Vorjahr (16,7%). Im vierten Quartal erzielte Merck mit 21,1% fast eine doppelt so hohe bereinigte Umsatzrendite wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres (12,7%).
Der FCR (Basis Free Cash Flow on revenues: bereinigter Free Cash Flow / Gesamterlöse) entwickelte sich ebenfalls der guten Geschäftsentwicklung folgend positiv und stieg von 11% im Jahr 2009 auf nun 18%. Merck erreichte im vierten Quartal 2010 einen FCR von 21,3%; im vierten Quartal 2009 lag diese Kennzahl bei 8,8%. Der bereinigte Free Cash Flow verdoppelte sich 2010 fast auf 1.670 Mio EUR und erlaubte Merck daher, im zweiten Halbjahr die Schulden um 606 Mio EUR zu senken.
Beim EBITDA werden definitionsgemäß die Abschreibungen und Wertminderungen des Anlagevermögens dem Ergebnis wieder gutgeschrieben. Seit der Serono-Akquisition belasten reguläre Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte das operative Ergebnis, durch die Millipore-Akquisition stiegen diese Abschreibungen 2010 weiter an. Liegen zudem noch hohe außerplanmäßige Abschreibungen vor, spiegeln EBIT oder operatives Ergebnis allein nicht die tatsächliche Ertragskraft des Geschäfts wider. Das EBITDA stieg im Geschäftsjahr um fast die Hälfte von 1.625 Mio EUR auf 2.457 Mio EUR. Im viertel Quartal kletterte das EBITDA um 59% auf 654 Mio EUR.
Die Sondermaßnahmen beliefen sich 2010 auf -0,8 Mio EUR. Hauptsächlich hoben sich zwei Ereignisse aus dem vierten Quartal gegenseitig nahezu auf. Einerseits ergab sich aus dem Verkauf von Théramex ein Gewinn in Höhe von 69 Mio EUR. Andererseits resultierten aus einer Vergleichszahlung Aufwendungen von 67 Mio EUR aus dem Rechtsrisiko für die frühere Tochtergesellschaft Dey Inc., USA. Die Vergleichszahlung dafür, bestimmte Preisinformationen falsch berichtet zu haben, erfolgte an das US Department of Justice.
Das Finanzergebnis wies einen Aufwandssaldo von 252 Mio EUR gegenüber 134 Mio EUR im Vorjahr aus. Der deutliche Anstieg war im Wesentlichen auf die Zinsaufwendungen für die Finanzierung der Millipore-Akquisition zurückzuführen.
Die um die Sondermaßnahmen bereinigte Steuerquote betrug 25,3% gegenüber 21,6% im Vorjahr. Dabei ist zu berücksichtigen, dass im Vorjahr für die Steuerquote günstige Einmaleffekte aus der Aktivierung latenter Steuern auf Verlustvorträge gebucht wurden. Das Ergebnis nach Steuern beträgt 642 Mio EUR und liegt damit 70% über Vorjahr. Im vierten Quartal ging aufgrund der Aktivierung latenter Steuern im Vorjahr das Ergebnis nach Steuern um 22% auf 46 Mio EUR zurück.
Merck wird der Hauptversammlung am 8. April 2011 vorschlagen, die Dividende von 1,00 EUR (2009) auf 1,25 EUR je Aktie zu erhöhen.
Zum 31. Dezember 2010 beschäftigte Merck 40.562 Mitarbeiter und damit 7.500 mehr als im Jahr zuvor (2009: 33.062). Der Großteil dieses Anstiegs geht auf die Akquisition von Millipore zurück.
Sparten der Merck-Gruppe
2010 steigerte die Sparte Merck Serono ihre Gesamterlöse um 7,6% auf 5.754 Mio EUR (Q4 2010: +7,9% auf 1.503 Mio EUR). Die Umsatzerlöse stiegen um 8,3%, wobei zu diesem Wachstum positive Währungseffekte von 2,6% beitrugen. Erneut beruhte das Wachstum vor allem auf den Biopharmazeutika der Sparte. Die fünf umsatzstärksten Biopharmazeutika (Rebif®, Erbitux®, Gonal-f®, Saizen®, Serostim®) erzielten Umsätze von 3.288 Mio EUR, was 61% der Spartenumsätze entspricht.
Rebif zur Behandlung von schubförmiger Multipler Sklerose legte um 8,6% auf 1.668 Mio EUR zu und war erneut umsatzstärkstes Produkt. Das zielgerichtete Krebstherapeutikum Erbitux steigerte seinen Umsatz erneut zweistellig, und zwar um 18% auf 820 Mio EUR.
Die Umsatzerlöse von Gonal-f, dem weltweit führenden Präparat zur Behandlung der Unfruchtbarkeit bei Frauen, stiegen 2010 um 3,7% auf 504 Mio EUR. Das rekombinante menschliche Wachstumshormon Saizen verzeichnete 2010 um 18% gestiegene Umsatzerlöse von 226 Mio EUR. Die Umsätze 2010 der Arzneimittel für die Allgemeinmedizin betrugen: Concor®-Produktfamilie: -5,3% auf 373 Mio EUR, Glucophage®-Produktfamilie: 8,4% auf 316 Mio EUR, Schilddrüsenpräparate wie Euthyrox®: 7,6% auf 170 Mio EUR.
Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung blieben im Jahr 2010 mit 1.167 Mio EUR leicht unter Vorjahresniveau (-1,4%). Diese Reduktion ist zum einen auf Verzögerungen bei den Projekten Stimuvax® und Cladribin-Tabletten zurückzuführen, zum anderen optimierte Merck die Kostenstrukturen insgesamt durch Effizienzsteigerungsmaßnahmen. Rund 20% der Gesamterlöse der Sparte Merck Serono wurden in Forschung und Entwicklung investiert, was innerhalb der Pharmaindustrie ein überdurchschnittlich hohes Niveau bedeutet. Dies ist vor allem durch die große Anzahl von kostenintensiven Studien der letzten Phase der klinischen Prüfung begründet. Die Pipeline umfasst derzeit neun Projekte mit klinischen Studien der Phase III, sieben der Phase II und sieben der Phase I.
Merck gab zum Beispiel am 5. Januar 2011 bekannt, dass die Aufnahme aller Patienten in die Phase-III-Studie EXPAND zur Behandlung von fortgeschrittenem Magenkrebs mit Erbitux abgeschlossen ist. Im November 2010 gab Merck bekannt, dass für die Phase-III-Studie ORACLE MS, in der der Nutzen von Cladribin-Tabletten bei ersten, frühen Anzeichen, die auf Multiple Sklerose hindeuten, untersucht wird, mit 617 Patienten ebenfalls die Aufnahme abgeschlossen ist.
Im November erteilte die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA die Zulassung für Egrifta™ (Tesamorelin zur Injektion) für die Reduzierung von Fettgewebe im Bauchraum von HIV-Patienten mit Lipodystrophie.
Als weltweit erstes orales krankheitsmodifizierendes Medikament zur Behandlung der schubförmigen Multiplen Sklerose wurden Cladribin-Tabletten (Handelsname Movectro®) im Juli in Russland und im September in Australien zugelassen. In beiden Ländern ist das Medikament seit Ende 2010 erhältlich. Im Januar 2011 bestätigte das wissenschaftliche Beratungskomitee CHMP der europäischen Zulassungsbehörde EMA (European Medicines Agency) seine ablehnende Haltung zu Cladribin-Tabletten endgültig. Mit einer Entscheidung der US-Arzneimittelbehörde FDA über den Zulassungsantrag für Cladribin-Tabletten rechnet Merck bis zum 28. Februar 2011.
Die Sparte Merck Serono konnte im Vergleich zu 2009 das Bruttoergebnis auf 4.793 Mio EUR (+6,9%) erhöhen. Getrieben von starken Währungskurseinflüssen, Investitionen in neue Produkte und aufstrebende Märkte wie China lagen die Marketing- und Vertriebskosten um 10% höher als 2009. Die Einmalaufwendungen lagen insgesamt unter Vorjahresniveau, größter Einzeleffekt war die außerordentliche Abschreibung von -134 Mio EUR auf Safinamid im vierten Quartal. Insgesamt verbesserte sich das operative Ergebnis um 59% auf 565 Mio EUR (Q4 2010: 14 Mio EUR verglichen mit -69 Mio EUR). Die Umsatzrendite (ROS) steigerte sich im Jahr 2010 auf 9,8% (2009: 6,6%). Die um Serono-bezogene Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte bereinigte Umsatzrendite lag bei 22,2%, im Vorjahr waren es 18,7%. Der bereinigte Free Cash Flow stieg um 51% auf 1.308 Mio EUR.
Die Gesamterlöse der Sparte Consumer Health Care stiegen im Jahr 2010 um 1,1% auf 472 Mio EUR, im vierten Quartal gingen sie um 5,2% 126 Mio EUR zurück. Organisch wuchs das Geschäft um 2,6%. Die Strategie der Sparte setzt auf starke Marken und regionale Expansion. In China führte Merck im 3. und 4. Quartal umfangreiche Restrukturierungsmaßnahmen durch. Die Sparte expandierte außerhalb der vier wichtigsten Städte zu schnell, so ergaben sich große Lagerbestände, die nicht an die Endverbraucher abverkauft werden konnten, vor allem mit dem Vitaminergänzungspräparat Diabion®. Um die Effekte in China bereinigt, lag das organische Umsatzwachstum der Sparte bei 5,2%.
Zusätzlich zu den Ereignissen in China belasteten außerordentliche Abschreibungen in Mexiko das operative Ergebnis. Außerdem verzeichnete Merck Verluste aus einem Lagerbrand in Großbritannien. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung der Sparte beliefen sich auf 25 Mio EUR und lagen damit um 28% über dem Vorjahreswert. Das operative Ergebnis der Sparte Consumer Health Care sank um 71% auf 14 Mio EUR (Q4 2010: -81% auf 1,7 Mio EUR). Die Umsatzrendite ROS lag mit 2,9% unter den 10,3% aus dem Vorjahr. Der bereinigte Free Cash Flow erzielte mit 45 Mio EUR ein Minus von 7%.
2010 erzielte die Sparte Merck Millipore, eine Kombination der akquirierten Millipore mit einem Großteil der ehemaligen Sparte Performance & Life Science Chemicals, um 81% gestiegene Gesamterlöse von 1.681 Mio EUR (Q4 2010: 595 Mio EUR, Vorjahr: 234 Mio EUR). Millipore ist mit seinen Erlösen und Aufwendungen seit Juli 2010 berücksichtigt. Das organische Wachstum der Sparte, also ohne Akquisitions-, aber auch ohne Währungseinflüsse, betrug 5,6%.
Das operative Ergebnis der Sparte lag bei 44 Mio EUR, dies entspricht einem Rückgang um 59% gegenüber dem Vorjahr (Q4 2010:-1,2 Mio EUR, verglichen zu 32 Mio EUR 2009). Das Ergebnis 2010 war durch Transaktions- und Integrationskosten in Höhe von 87 Mio EUR belastet. Außerdem sind die Herstellungskosten und damit die Marge durch Einmalaufwendungen im Zusammenhang mit der Kaufpreisallokation für die übernommenen Vorräte von Millipore mit 86 Mio EUR belastet. Die Sparte hat zudem die laufenden Abschreibungen auf die erworbenen und im Zuge der Kaufpreisallokation angesetzten immateriellen Vermögenswerte getragen. Insgesamt beliefen sich die Abschreibungen auf das immaterielle Vermögen auf 96 Mio EUR und betrafen fast ausschließlich das zweite Halbjahr 2010.
Die Umsatzrendite (ROS) der Sparte belief sich auf 2,6% gegenüber 11,5% im Vorjahr. Die bereinigte Umsatzrendite lag 2010 bei 18,6% gegenüber 11,5% im Vorjahr. Der bereinigte Free Cash Flow der Sparte belief sich auf 263 Mio EUR, im Jahr 2009 betrug er 128 Mio EUR.
Die Sparte Performance Materials setzt sich aus Liquid Crystals, Pigmenten und dem Kosmetikgeschäft zusammen. Die Produktionskapazitäten sowohl bei den Flüssigkristallen als auch bei den Pigmenten waren auf hohem Niveau ausgelastet und spiegelten die Erholung vom Abschwung im Jahr 2009 wider. Die Gesamterlöse der Sparte stiegen 2010 um 38% von 1.006 Mio EUR im Vorjahr auf 1.384 Mio EUR (Q4 2010: +19% auf 322 Mio EUR). Positive Währungseffekte trugen mit 9,7% und organisches Wachstum mit 27% zu dieser Steigerung bei.
Um die Führungsposition unter anderem bei Displaymaterialien zu verteidigen und auszubauen, investierte Merck weiterhin in die Forschung und Entwicklung. Die F&E-Aufwendungen erhöhten sich 2010 von 109 Mio EUR im Vorjahr auf 127 Mio EUR. Im September wurde das neue Chemie-Forschungszentrum am Standort Darmstadt eingeweiht, mit 50 Mio EUR die größte Einzelinvestition der Forschung und Entwicklung im Unternehmensbereich Chemie.
Da das Bruttoergebnis mit 925 Mio EUR (2009: 478 Mio EUR) stärker stieg als die Aufwendungen, konnte sich das operative Ergebnis der Sparte von 218 Mio EUR auf 580 Mio EUR mehr als verdoppeln (Q4 2010: 41% auf 131 Mio EUR). Die Umsatzrendite erhöhte sich von 21,7% im Vorjahr auf 41,9%. Der bereinigte Free Cash Flow lag bei 549 Mio EUR, im Jahr zuvor waren es 304 Mio EUR.
Die steigende Nachfrage nach High-Tech-Flüssigkristallen von Merck hat 2010 zu einem 38%igen Anstieg der Gesamterlöse auf 1.013 Mio EUR in diesem Geschäftsbereich geführt (Q4 2010: + 17% auf 235 Mio EUR). Die Sparte Performance Materials erwirtschaftete über 70% ihrer Gesamterlöse mit Flüssigkristallen. Das operative Ergebnis des Bereichs Liquid Crystals konnte sich mit 527 Mio EUR verglichen zu 228 Mio EUR mehr als verdoppeln. Die Umsatzrendite von Liquid Crystals lag mit 52% wieder auf dem Niveau vor der Krise.
Prognose für die Merck-Gruppe
Für 2011 und 2012 geht Merck von einem Wachstum des Umsatzes und operativen Ergebnisses für die Merck-Gruppe aus. Merck rechnet insgesamt mit einer guten Geschäftsentwicklung, kann aber konjunkturelle Rückschläge in einzelnen Ländern, auch bedingt durch hohe Staatsverschuldungen, nicht ausschließen. Die durch die Millipore-Akquisition entstandenen höheren Finanzschulden der Merck-Gruppe werden in den nächsten Jahren, auch auf Grund unseres hohen Free Cash Flows, stetig zurückgeführt. Dies wird auch weiterhin zu soliden Bilanzrelationen führen.
Vor dem Hintergrund der zu erwartenden gesamtwirtschaftlichen Entwicklung rechnet Merck – ausgehend von den Gesamterlösen in Höhe von 9.291 Mio EUR im Jahr 2010 – mit einem Anstieg der Gesamterlöse für das Jahr 2011 in einer Spanne zwischen 13% und 18% und für das Jahr 2012 mit einem weiteren Wachstum. Die Geschäftsleitung geht weiter davon aus, dass das operative Ergebnis der Gruppe 2010 von 1.113 Mio EUR im Jahr 2011 zwischen 35% und 45% und 2012 ebenfalls steigen wird. Auch das Ergebnis nach Steuern, ohne Berücksichtigung eventueller Sondermaßnahmen, wird sich in diesem Zeitraum verbessern.
Die Herstellungskosten erhöhten sich um 18%. Die mit der Akquisition von Millipore übernommenen Vorräte wurden im Zuge der Kaufpreisallokation bereits mit dem Marktwert, basierend auf erzielbaren Verkaufserlösen, angesetzt und damit um 86 Mio EUR höher bewertet. Dieser Betrag wurde im 2. Halbjahr 2010 vollständig in den Herstellungskosten aufwandswirksam berücksichtigt und belastete damit die Bruttomarge einmalig. Insgesamt wuchs die Bruttomarge um 21% auf 6.905 Mio EUR. Die Marketing- und Vertriebskosten stiegen mit 20% relativ stark, da im Vergleich zum Vorjahr nun auch die Kosten der Millipore-Gesellschaften für ein halbes Jahr enthalten sind. Ohne die Akquisition und ohne Währungskurseinflüsse belief sich der Anstieg auf 7,9%. Der deutliche Anstieg der Verwaltungskosten um 12% beruhte hauptsächlich auf der erstmaligen Berücksichtigung der Millipore-Gesellschaften, die im Vorjahr noch nicht enthalten waren, sowie auf Währungskurseffekten. Organisch stiegen die Verwaltungskosten um 1,9%.
Die Forschungs- und Entwicklungskosten stiegen um 3,9% auf 1.397 Mio EUR. Dies entspricht einer auf die Gesamterlöse bezogenen Forschungsquote von 15% (Vorjahr 17%). Im vierten Quartal investierte Merck mit 363 Mio EUR 1,2% mehr in Forschung und Entwicklung als im Vorjahresquartal.
Die Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte, die bisher im Wesentlichen solche für die immateriellen Vermögenswerte aus der Kaufpreisallokation für Serono enthielten, umfassen nun auch die Abschreibungen auf die im Rahmen der Kaufpreisallokation für Millipore identifizierten immateriellen Vermögenswerte. Die Abschreibungen stiegen dadurch deutlich an und belaufen sich für die Sparte Merck Millipore auf 96 Mio EUR. Wegen einer Neueinschätzung des Umsatzpotenzials für Safinamid hat Merck eine Wertminderung in Höhe von 134 Mio EUR auf einen Restbuchwert von 63 Mio EUR vorgenommen.
Insgesamt beläuft sich das operative Ergebnis der Merck-Gruppe auf 1.113 Mio EUR. Dies entspricht einem Anstieg um 72% gegenüber dem Vorjahr. Im vierten Quartal verdreifachte sich das operative Ergebnis fast, es lag mit 129 Mio EUR weit über den 44 Mio EUR aus dem Vorjahr. Das um Serono- und Millipore-bezogene Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte bereinigte operative Ergebnis stieg von 1.296 Mio EUR im Jahr 2009 auf 2.096 Mio EUR im Berichtsjahr. Im vierten Quartal 2010 betrug dieser Wert 538 Mio EUR verglichen mit 258 Mio EUR im vierten Quartal 2009.
Entwicklung wichtiger Kennzahlen
Die Umsatzrendite ROS (Return on Sales: operatives Ergebnis / Gesamterlöse) der Merck-Gruppe stieg von 8,4% im Vorjahr auf 12,0% im Berichtsjahr. Hierin drückt sich die verbesserte Gesamtgeschäftslage mit deutlich gestiegenen Gesamterlösen aus. Im vierten Quartal erreichte Merck eine Umsatzrendite von 5,1% verglichen mit 2,2% im Vorjahr. Die bereinigte Umsatzrendite der Merck-Gruppe (Core ROS: operatives Ergebnis ohne Serono- und Millipore-bezogene Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte / Gesamterlöse) fiel 2010 mit 22,6% höher aus als im Vorjahr (16,7%). Im vierten Quartal erzielte Merck mit 21,1% fast eine doppelt so hohe bereinigte Umsatzrendite wie im gleichen Zeitraum des Vorjahres (12,7%).
Der FCR (Basis Free Cash Flow on revenues: bereinigter Free Cash Flow / Gesamterlöse) entwickelte sich ebenfalls der guten Geschäftsentwicklung folgend positiv und stieg von 11% im Jahr 2009 auf nun 18%. Merck erreichte im vierten Quartal 2010 einen FCR von 21,3%; im vierten Quartal 2009 lag diese Kennzahl bei 8,8%. Der bereinigte Free Cash Flow verdoppelte sich 2010 fast auf 1.670 Mio EUR und erlaubte Merck daher, im zweiten Halbjahr die Schulden um 606 Mio EUR zu senken.
Beim EBITDA werden definitionsgemäß die Abschreibungen und Wertminderungen des Anlagevermögens dem Ergebnis wieder gutgeschrieben. Seit der Serono-Akquisition belasten reguläre Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte das operative Ergebnis, durch die Millipore-Akquisition stiegen diese Abschreibungen 2010 weiter an. Liegen zudem noch hohe außerplanmäßige Abschreibungen vor, spiegeln EBIT oder operatives Ergebnis allein nicht die tatsächliche Ertragskraft des Geschäfts wider. Das EBITDA stieg im Geschäftsjahr um fast die Hälfte von 1.625 Mio EUR auf 2.457 Mio EUR. Im viertel Quartal kletterte das EBITDA um 59% auf 654 Mio EUR.
Die Sondermaßnahmen beliefen sich 2010 auf -0,8 Mio EUR. Hauptsächlich hoben sich zwei Ereignisse aus dem vierten Quartal gegenseitig nahezu auf. Einerseits ergab sich aus dem Verkauf von Théramex ein Gewinn in Höhe von 69 Mio EUR. Andererseits resultierten aus einer Vergleichszahlung Aufwendungen von 67 Mio EUR aus dem Rechtsrisiko für die frühere Tochtergesellschaft Dey Inc., USA. Die Vergleichszahlung dafür, bestimmte Preisinformationen falsch berichtet zu haben, erfolgte an das US Department of Justice.
Das Finanzergebnis wies einen Aufwandssaldo von 252 Mio EUR gegenüber 134 Mio EUR im Vorjahr aus. Der deutliche Anstieg war im Wesentlichen auf die Zinsaufwendungen für die Finanzierung der Millipore-Akquisition zurückzuführen.
Die um die Sondermaßnahmen bereinigte Steuerquote betrug 25,3% gegenüber 21,6% im Vorjahr. Dabei ist zu berücksichtigen, dass im Vorjahr für die Steuerquote günstige Einmaleffekte aus der Aktivierung latenter Steuern auf Verlustvorträge gebucht wurden. Das Ergebnis nach Steuern beträgt 642 Mio EUR und liegt damit 70% über Vorjahr. Im vierten Quartal ging aufgrund der Aktivierung latenter Steuern im Vorjahr das Ergebnis nach Steuern um 22% auf 46 Mio EUR zurück.
Merck wird der Hauptversammlung am 8. April 2011 vorschlagen, die Dividende von 1,00 EUR (2009) auf 1,25 EUR je Aktie zu erhöhen.
Zum 31. Dezember 2010 beschäftigte Merck 40.562 Mitarbeiter und damit 7.500 mehr als im Jahr zuvor (2009: 33.062). Der Großteil dieses Anstiegs geht auf die Akquisition von Millipore zurück.
Sparten der Merck-Gruppe
2010 steigerte die Sparte Merck Serono ihre Gesamterlöse um 7,6% auf 5.754 Mio EUR (Q4 2010: +7,9% auf 1.503 Mio EUR). Die Umsatzerlöse stiegen um 8,3%, wobei zu diesem Wachstum positive Währungseffekte von 2,6% beitrugen. Erneut beruhte das Wachstum vor allem auf den Biopharmazeutika der Sparte. Die fünf umsatzstärksten Biopharmazeutika (Rebif®, Erbitux®, Gonal-f®, Saizen®, Serostim®) erzielten Umsätze von 3.288 Mio EUR, was 61% der Spartenumsätze entspricht.
Rebif zur Behandlung von schubförmiger Multipler Sklerose legte um 8,6% auf 1.668 Mio EUR zu und war erneut umsatzstärkstes Produkt. Das zielgerichtete Krebstherapeutikum Erbitux steigerte seinen Umsatz erneut zweistellig, und zwar um 18% auf 820 Mio EUR.
Die Umsatzerlöse von Gonal-f, dem weltweit führenden Präparat zur Behandlung der Unfruchtbarkeit bei Frauen, stiegen 2010 um 3,7% auf 504 Mio EUR. Das rekombinante menschliche Wachstumshormon Saizen verzeichnete 2010 um 18% gestiegene Umsatzerlöse von 226 Mio EUR. Die Umsätze 2010 der Arzneimittel für die Allgemeinmedizin betrugen: Concor®-Produktfamilie: -5,3% auf 373 Mio EUR, Glucophage®-Produktfamilie: 8,4% auf 316 Mio EUR, Schilddrüsenpräparate wie Euthyrox®: 7,6% auf 170 Mio EUR.
Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung blieben im Jahr 2010 mit 1.167 Mio EUR leicht unter Vorjahresniveau (-1,4%). Diese Reduktion ist zum einen auf Verzögerungen bei den Projekten Stimuvax® und Cladribin-Tabletten zurückzuführen, zum anderen optimierte Merck die Kostenstrukturen insgesamt durch Effizienzsteigerungsmaßnahmen. Rund 20% der Gesamterlöse der Sparte Merck Serono wurden in Forschung und Entwicklung investiert, was innerhalb der Pharmaindustrie ein überdurchschnittlich hohes Niveau bedeutet. Dies ist vor allem durch die große Anzahl von kostenintensiven Studien der letzten Phase der klinischen Prüfung begründet. Die Pipeline umfasst derzeit neun Projekte mit klinischen Studien der Phase III, sieben der Phase II und sieben der Phase I.
Merck gab zum Beispiel am 5. Januar 2011 bekannt, dass die Aufnahme aller Patienten in die Phase-III-Studie EXPAND zur Behandlung von fortgeschrittenem Magenkrebs mit Erbitux abgeschlossen ist. Im November 2010 gab Merck bekannt, dass für die Phase-III-Studie ORACLE MS, in der der Nutzen von Cladribin-Tabletten bei ersten, frühen Anzeichen, die auf Multiple Sklerose hindeuten, untersucht wird, mit 617 Patienten ebenfalls die Aufnahme abgeschlossen ist.
Im November erteilte die US-amerikanische Arzneimittelbehörde FDA die Zulassung für Egrifta™ (Tesamorelin zur Injektion) für die Reduzierung von Fettgewebe im Bauchraum von HIV-Patienten mit Lipodystrophie.
Als weltweit erstes orales krankheitsmodifizierendes Medikament zur Behandlung der schubförmigen Multiplen Sklerose wurden Cladribin-Tabletten (Handelsname Movectro®) im Juli in Russland und im September in Australien zugelassen. In beiden Ländern ist das Medikament seit Ende 2010 erhältlich. Im Januar 2011 bestätigte das wissenschaftliche Beratungskomitee CHMP der europäischen Zulassungsbehörde EMA (European Medicines Agency) seine ablehnende Haltung zu Cladribin-Tabletten endgültig. Mit einer Entscheidung der US-Arzneimittelbehörde FDA über den Zulassungsantrag für Cladribin-Tabletten rechnet Merck bis zum 28. Februar 2011.
Die Sparte Merck Serono konnte im Vergleich zu 2009 das Bruttoergebnis auf 4.793 Mio EUR (+6,9%) erhöhen. Getrieben von starken Währungskurseinflüssen, Investitionen in neue Produkte und aufstrebende Märkte wie China lagen die Marketing- und Vertriebskosten um 10% höher als 2009. Die Einmalaufwendungen lagen insgesamt unter Vorjahresniveau, größter Einzeleffekt war die außerordentliche Abschreibung von -134 Mio EUR auf Safinamid im vierten Quartal. Insgesamt verbesserte sich das operative Ergebnis um 59% auf 565 Mio EUR (Q4 2010: 14 Mio EUR verglichen mit -69 Mio EUR). Die Umsatzrendite (ROS) steigerte sich im Jahr 2010 auf 9,8% (2009: 6,6%). Die um Serono-bezogene Abschreibungen auf immaterielle Vermögenswerte bereinigte Umsatzrendite lag bei 22,2%, im Vorjahr waren es 18,7%. Der bereinigte Free Cash Flow stieg um 51% auf 1.308 Mio EUR.
Die Gesamterlöse der Sparte Consumer Health Care stiegen im Jahr 2010 um 1,1% auf 472 Mio EUR, im vierten Quartal gingen sie um 5,2% 126 Mio EUR zurück. Organisch wuchs das Geschäft um 2,6%. Die Strategie der Sparte setzt auf starke Marken und regionale Expansion. In China führte Merck im 3. und 4. Quartal umfangreiche Restrukturierungsmaßnahmen durch. Die Sparte expandierte außerhalb der vier wichtigsten Städte zu schnell, so ergaben sich große Lagerbestände, die nicht an die Endverbraucher abverkauft werden konnten, vor allem mit dem Vitaminergänzungspräparat Diabion®. Um die Effekte in China bereinigt, lag das organische Umsatzwachstum der Sparte bei 5,2%.
Zusätzlich zu den Ereignissen in China belasteten außerordentliche Abschreibungen in Mexiko das operative Ergebnis. Außerdem verzeichnete Merck Verluste aus einem Lagerbrand in Großbritannien. Die Ausgaben für Forschung und Entwicklung der Sparte beliefen sich auf 25 Mio EUR und lagen damit um 28% über dem Vorjahreswert. Das operative Ergebnis der Sparte Consumer Health Care sank um 71% auf 14 Mio EUR (Q4 2010: -81% auf 1,7 Mio EUR). Die Umsatzrendite ROS lag mit 2,9% unter den 10,3% aus dem Vorjahr. Der bereinigte Free Cash Flow erzielte mit 45 Mio EUR ein Minus von 7%.
2010 erzielte die Sparte Merck Millipore, eine Kombination der akquirierten Millipore mit einem Großteil der ehemaligen Sparte Performance & Life Science Chemicals, um 81% gestiegene Gesamterlöse von 1.681 Mio EUR (Q4 2010: 595 Mio EUR, Vorjahr: 234 Mio EUR). Millipore ist mit seinen Erlösen und Aufwendungen seit Juli 2010 berücksichtigt. Das organische Wachstum der Sparte, also ohne Akquisitions-, aber auch ohne Währungseinflüsse, betrug 5,6%.
Das operative Ergebnis der Sparte lag bei 44 Mio EUR, dies entspricht einem Rückgang um 59% gegenüber dem Vorjahr (Q4 2010:-1,2 Mio EUR, verglichen zu 32 Mio EUR 2009). Das Ergebnis 2010 war durch Transaktions- und Integrationskosten in Höhe von 87 Mio EUR belastet. Außerdem sind die Herstellungskosten und damit die Marge durch Einmalaufwendungen im Zusammenhang mit der Kaufpreisallokation für die übernommenen Vorräte von Millipore mit 86 Mio EUR belastet. Die Sparte hat zudem die laufenden Abschreibungen auf die erworbenen und im Zuge der Kaufpreisallokation angesetzten immateriellen Vermögenswerte getragen. Insgesamt beliefen sich die Abschreibungen auf das immaterielle Vermögen auf 96 Mio EUR und betrafen fast ausschließlich das zweite Halbjahr 2010.
Die Umsatzrendite (ROS) der Sparte belief sich auf 2,6% gegenüber 11,5% im Vorjahr. Die bereinigte Umsatzrendite lag 2010 bei 18,6% gegenüber 11,5% im Vorjahr. Der bereinigte Free Cash Flow der Sparte belief sich auf 263 Mio EUR, im Jahr 2009 betrug er 128 Mio EUR.
Die Sparte Performance Materials setzt sich aus Liquid Crystals, Pigmenten und dem Kosmetikgeschäft zusammen. Die Produktionskapazitäten sowohl bei den Flüssigkristallen als auch bei den Pigmenten waren auf hohem Niveau ausgelastet und spiegelten die Erholung vom Abschwung im Jahr 2009 wider. Die Gesamterlöse der Sparte stiegen 2010 um 38% von 1.006 Mio EUR im Vorjahr auf 1.384 Mio EUR (Q4 2010: +19% auf 322 Mio EUR). Positive Währungseffekte trugen mit 9,7% und organisches Wachstum mit 27% zu dieser Steigerung bei.
Um die Führungsposition unter anderem bei Displaymaterialien zu verteidigen und auszubauen, investierte Merck weiterhin in die Forschung und Entwicklung. Die F&E-Aufwendungen erhöhten sich 2010 von 109 Mio EUR im Vorjahr auf 127 Mio EUR. Im September wurde das neue Chemie-Forschungszentrum am Standort Darmstadt eingeweiht, mit 50 Mio EUR die größte Einzelinvestition der Forschung und Entwicklung im Unternehmensbereich Chemie.
Da das Bruttoergebnis mit 925 Mio EUR (2009: 478 Mio EUR) stärker stieg als die Aufwendungen, konnte sich das operative Ergebnis der Sparte von 218 Mio EUR auf 580 Mio EUR mehr als verdoppeln (Q4 2010: 41% auf 131 Mio EUR). Die Umsatzrendite erhöhte sich von 21,7% im Vorjahr auf 41,9%. Der bereinigte Free Cash Flow lag bei 549 Mio EUR, im Jahr zuvor waren es 304 Mio EUR.
Die steigende Nachfrage nach High-Tech-Flüssigkristallen von Merck hat 2010 zu einem 38%igen Anstieg der Gesamterlöse auf 1.013 Mio EUR in diesem Geschäftsbereich geführt (Q4 2010: + 17% auf 235 Mio EUR). Die Sparte Performance Materials erwirtschaftete über 70% ihrer Gesamterlöse mit Flüssigkristallen. Das operative Ergebnis des Bereichs Liquid Crystals konnte sich mit 527 Mio EUR verglichen zu 228 Mio EUR mehr als verdoppeln. Die Umsatzrendite von Liquid Crystals lag mit 52% wieder auf dem Niveau vor der Krise.
Prognose für die Merck-Gruppe
Für 2011 und 2012 geht Merck von einem Wachstum des Umsatzes und operativen Ergebnisses für die Merck-Gruppe aus. Merck rechnet insgesamt mit einer guten Geschäftsentwicklung, kann aber konjunkturelle Rückschläge in einzelnen Ländern, auch bedingt durch hohe Staatsverschuldungen, nicht ausschließen. Die durch die Millipore-Akquisition entstandenen höheren Finanzschulden der Merck-Gruppe werden in den nächsten Jahren, auch auf Grund unseres hohen Free Cash Flows, stetig zurückgeführt. Dies wird auch weiterhin zu soliden Bilanzrelationen führen.
Vor dem Hintergrund der zu erwartenden gesamtwirtschaftlichen Entwicklung rechnet Merck – ausgehend von den Gesamterlösen in Höhe von 9.291 Mio EUR im Jahr 2010 – mit einem Anstieg der Gesamterlöse für das Jahr 2011 in einer Spanne zwischen 13% und 18% und für das Jahr 2012 mit einem weiteren Wachstum. Die Geschäftsleitung geht weiter davon aus, dass das operative Ergebnis der Gruppe 2010 von 1.113 Mio EUR im Jahr 2011 zwischen 35% und 45% und 2012 ebenfalls steigen wird. Auch das Ergebnis nach Steuern, ohne Berücksichtigung eventueller Sondermaßnahmen, wird sich in diesem Zeitraum verbessern.
Pipeline
Eine Pipeline wird dazu benutzt, Flüssigkeiten oder Gase über längere Entfernungen hinweg sicher zu transportieren. Dabei kann Erdöl und Erdgas genauso wie Wasser mithilfe einer Pipeline transportiert werden. ...mehr
Quelle: Merck KGaA
Zudem ruft Merck seine Mitarbeiter zu Spenden auf, die das Unternehmen verdoppeln wird. Dieses Geld wird ebenfalls an „Save the Children“ gespendet. ...mehr
+++Dr. Kristina Schröder informiert sich über Betreuungsinfrastruktur und Arbeitszeitmodelle des Darmstädter Unternehmens+++Gemeinsames Ziel: Mehr Frauen in Führungspositionen+++ ...mehr
Die Merck KGaA hat heute die 100%ige Übernahme des Grundkapitals von Beijing Skywing Technology Co., Ltd. bekannt gegeben, einem führenden Anbieter von Nährmedien für die ...mehr
+++Spendenprogramm zur Bekämpfung der vernachlässigen Tropenkrankheit macht gute Fortschritte+++Bereits mehr als 55 Millionen Praziquantel-Tabletten bereitgestellt+++10,2 Millionen Kinder ...mehr
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