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Green-Economy - Nachrichten - NABU warnt vor leeren Kompromissen in Cancún
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Naturschutzbund Deutschland
Naturschutz hat Geschichte. Denn Artenschwund, Wasser- und Luftverschmutzung, Zersiedlung der Landschaft, das Verschwinden von Hecken und die Trockenlegung von Feuchtgebieten sind keine exklusiven Erscheinungen unserer Zeit. Schon vor hundert Jahren schreckten diese unübersehbaren Umweltauswirkungen in Deutschland viele Zeitgenossen auf. Eine der unmittelbaren Folgen davon war die Gründung des Bundes für Vogelschutz im Jahr 1899, aus dem dann der heutige NABU entstand.

Der Naturschutzbund Deutschland e.V. - NABU - möchte Menschen dafür begeistern, sich durch gemeinschaftliches Handeln für die Natur einzusetzen. Der NABU will, dass auch kommende Generationen eine Erde vorfinden, die lebenswert ist, die über eine große Vielfalt an Lebensräumen und Arten, sowie über gute Luft, sauberes Wasser, gesunde Böden und ein Höchstmaß an endlichen Ressourcen verfügt.
Umwelt & Naturschutz
06.12.2010 - NABU warnt vor leeren Kompromissen in Cancún
Berlin - Zu Beginn der zweiten Woche der UN-Klimaverhandlungen im mexikanischen Cancún fordert der NABU die angereisten Minister auf, über ambitionierte Ziele und Maßnahmen zu entscheiden, mit denen die Staatengemeinschaft die Bewältigung des Klimawandels voranbringen will.

„Es kann nicht nur darum gehen, Formelkompromisse einzugehen und dabei wichtige Inhalte unter den Tisch fallen zu lassen. Vor allem bei den Reduktionszielen für den Treibhausgasausstoß dürfen wir nicht hinter die Ergebnisse des gescheiterten Kopenhagen-Gipfels zurückfallen“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Stattdessen müsse in Cancún eine Analyse und Überprüfung der bisher angekündigten Klimaschutzbeiträge der einzelnen Staaten beschlossen werden, um auf der nächsten Weltklimakonferenz in Südafrika Ende 2011 die Lücke zum Einhalten des 2-Grad- oder sogar eines 1,5-Grad-Limits für die globale Erderwärmung schließen zu können.

Solange die Industrieländer keine Klarheit über die Zukunft des Kyoto-Protokolls schaffen, bleibt dies aus Sicht des NABU der wesentliche Stolperstein für einen Erfolg in Cancún. „Es wäre eine Katastrophe, wenn es nach 2012 keine international gültigen Regeln für die Begrenzung der Treibhausgas-Emissionen mehr gäbe. Daher sind Fortschritte bei den Verhandlungen unter dem Kyoto-Protokoll entscheidend, wie wir die einzigen verfügbaren, rechtlich verbindlichen Instrumente im internationalen Klimaschutz weiter entwickeln und nutzen wollen“, so Tschimpke. Um dies zu ermöglichen, müssten sich zunächst die Skeptiker wie Japan, Kanada und Russland eindeutig zu ihren Verpflichtungen unter dem Kyoto-Protokoll bekennen. Ansonsten drohten viele Schwellen- und Entwicklungsländer, die Verhandlungen über ihre eigenen Beiträge zum Klimaschutz zu blockieren.

Beim Schutz von Wäldern, bei der Anpassung an den Klimawandel sowie für die technologische Zusammenarbeit und finanzielle Unterstützung von Entwicklungsländern seien bisher lediglich allgemeine Prinzipien verhandelt worden. Der NABU hält es für erforderlich, dass darüber hinaus in Cancún konkrete Entscheidungen über die Einrichtung eines Klimafonds und der für die Umsetzung benötigten Institutionen getroffen werden. „Unabhängig davon wie lange es noch dauern wird, bis ein neues Weltklimaabkommen zustande kommt, müssen sich die Vertragsstaaten bereits jetzt verpflichten, langfristige Strategien für den Klimaschutz und die Anpassung an den Klimawandel auf nationaler Ebene zu entwickeln und umzusetzen“, sagte NABU-Klimaexperte Carsten Wachholz.

NABU-Präsident Olaf Tschimpke ist vom 7.-11.12.2010 in Cancún vor Ort und steht für Gespräche und Interviewanfragen zu den UN-Klimaverhandlungen zur Verfügung.

Für Rückfragen: Carsten Wachholz, NABU-Klimaexperte, mobil in Cancún erreichbar unter +49 (0) 172 4179727 oder per E-Mail an
carsten.wachholz@nabu.de.

Mehr Informationen unter www.NABU.de/weltklimakonferenz

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