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Green-Economy.de - Lexikon - Erdgas
Green-Economy.de Umweltlexikon
Erdgas
Erdgas zählt zu den fossilen Energieträgern. Der hauptsächliche Bestandteil von Erdgas ist hochentzündliches Methan. Gefördert wird es oft an den Stellen, wo auch Erdöl vorhanden ist, denn es entsteht auf ähnliche Weise. Es ist ein ungiftiges, brennbares, farb- und meist geruchloses Gas. Damit es brennt, wird eine Zündtemperatur von rund 600 Grad Celsius benötigt.

Die Nutzung von Erdgas existiert bereits seit 2.000 Jahren. Die Chinesen verwendeten es als erstes für die Salzgewinnung. Im Jahr 1802 wurde es für die Straßenbeleuchtung in Genua eingesetzt. W. H. Hart benutzte das Erdgas erstmals 1825 in dem Ort Fredonia (USA) im größeren Umfang für seine Mühle und sein Wohnhaus. Auch der Leuchtturm am Eriesee erhielt von ihm eine Erdgasanbindung. 1858 gründete er die Fredonia Gas Light Company. Es war die erste Erdgasgesellschaft. Bis 1950 war Amerika der größte Nutzer von Erdgas, mit einem Anteil von über 90 Prozent der Weltproduktion. In Deutschland nahm die Nutzung von Erdgas erst ab 1960 zu, wobei der Anteil zunächst bei nur einem Prozent lag. Heute hält der fossile Brennstoff einen Anteil von 25 Prozent. Sein Anteil bei der Verwertung von fossiler Energie wird laut Schätzungen der Internationalen Atomenergiebehörde bis 2080 auf 50 Prozent ansteigen.

Das Erdgas wird zur Beheizung von Wohn- und Gewerberäumen genutzt, aber auch zur elektrischen Stromgewinnung, als industrielle Prozesswärmeenergie und seit ein paar Jahren auch als Treibstoff für Fahrzeuge. In der Chemie findet es ebenfalls Anwendung. Es wird für die Ammoniaksynthese (Stickstoffdüngemittel) gebraucht, ebenso wie für die Eisenerzreduktion im Hochofenprozess. Auch Wasserstoff wird mit Erdgas herstellt.

Gegenüber anderen fossilen Brennstoffen hat Erdgas die gute Eigenschaft, dass bei der Verbrennung vergleichsweise wenig Schadstoffe entstehen. Vor allem im Vergleich zum Erdöl ist Erdgas umweltfreundlicher, denn es setzt bei der Verbrennung bis zu 25 Prozent weniger Kohlenstoffdioxid frei als Erdöl. Es ist also umweltfreundlicher, aber Methan und Kohlendioxid gelangen trotzdem noch in die Atmosphäre und verstärken den Treibhauseffekt.

Solange das Erdgas auch in einigen Ländern immer noch nur als Nebenprodukt der Erdölförderung gesehen und einfach ungenutzt verbrannt wird, richtet es enormen Schaden an. Denn die Wirtschaftlichkeit durch den Transport und die Verarbeitung ist für einige Förderstandorte zu hoch. Das soll sich aber mit den verschiedenen sogenannten „Flare-down-Programmen“ ändern. Diese Programme der Erdölindustrie sollen dafür sorgen, dass das sinnlose „Abfackeln“ von Erdgas aufhört und es zu einer sauberen, effizienteren Energieform umgewandelt und genutzt wird. Es gibt heute schon Steuervorteile dafür. Und wenn die Erdgasressourcen nicht mehr die Nachfrage decken können, dann kann durch Beimischung von Biogas das Erdgasnetz eine sichere Energieversorgung gewährleisten.
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