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Green-Economy.de - Lexikon - Einführung - Biomasse
Green-Economy.de Umweltlexikon
Einführung - Biomasse
Generell definiert man Biomasse als die gesamte Menge an organischen Materialien,
die in einer bestimmten Probe, einem bestimmten Lebensraum oder innerhalb einer
bestimmten Population nachgewiesen werden kann.


Da sich die Definition von Biomasse stets nach dem Zweck, beziehungsweise nach
dem Zusammenhang richtet, in welchem der Begriff „Biomasse” verwendet wird, gibt
es folglich keine allgemein gültige Definition. Generell findet jedoch eine Einteilung in
feste, gasförmige und flüssige Biomasse statt. Wird Biomasse zudem zu
energetischen Zwecken eingesetzt, so muss zusätzlich zwischen Energiepflanzen,
nachwachsenden Rohstoffen und organischen Reststoffen unterschieden werden.
Eine weitere Möglichkeit besteht darin, Biomasse als die gesamte organische Materie
zu betrachten, die direkt oder indirekt durch Photosynthese entstanden ist.
Entscheidend bei dieser Definition ist der Punkt, dass dieses Material nicht durch
geologische Prozesse verändert werden darf. Findet eine geologische Veränderung
von Biomasse statt, so ist von „fossiler Biomasse”, also von Erdgas, Erdöl oder Kohle,
die Rede.

Einen guten Überblick über die Rechtslage in Deutschland gibt die
Biomasseverordnung, die im Anschluss teilweise wiedergegeben wird. Auch die
zusätzliche Verordnung der Bundesregierung aus dem Juni 2009 hatte keinen
entscheidenden Einfluss auf die ursprüngliche Definition der in Deutschland
anerkannten Biomasse, wie sie nachfolgend unter § 2 zu finden ist.
In Deutschland gelten demzufolge nachfolgende Materialien als Biomasse, sofern sie
nicht einer der Sonderbestimmungen zugeordnet werden können: Energieträger aus
Phytomasse und aus Zoomasse, daraus resultierende Nebenprodukte und
Folgeprodukte, deren Abfälle, Pflanzen und Pflanzenbestandteile, aus Pflanzen oder
Pflanzenbestandteilen hergestellte Energieträger, Abfälle und Nebenprodukte
pflanzlicher und tierischer Herkunft, Bioabfälle, aus Biomasse erzeugtes Gas, aus
Biomasse erzeugte Alkohole, Altholz, aus Altholz erzeugtes Gas, Treibsel und durch
anaerobe Vergärung erzeugtes Biogas.

Die Biomasseverordnung vom 21. Juni 2001


Ausschlaggebend für Deutschland ist die, seit Juni 2001 gültige,
Biomasseverordnung, inklusive ihrer Änderung aus dem August 2005. Die
Biomasseverordnung wurde durch das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz
und Reaktorsicherheit verordnet. Dies geschah unter Wahrung der Rechte des
Bundestages und im Einvernehmen mit den Bundesministerien für
Verbraucherschutz, Ernährung und Landwirtschaft.


Vereinfacht dargestellt gelten folgende Bestimmungen für Deutschland:

§ 1 Aufgabenbereich


Diese Verordnung regelt für den Anwendungsbereich des Erneuerbare-Energien-
Gesetzes, welche Stoffe als Biomasse gelten, welche technischen Verfahren zur
Stromerzeugung aus Biomasse in den Anwendungsbereich des Gesetzes fallen und
welche Umweltanforderungen bei der Erzeugung von Strom aus Biomasse
einzuhalten sind.

§ 2 Anerkannte Biomasse

(1) Als Biomasse, gemäß der Energieverordnung, werden in Deutschland
Energieträger aus Phytomasse und aus Zoomasse anerkannt. Dazu zählen ebenso die
daraus resultierenden Nebenprodukte und Folgeprodukte, sowie die Abfälle und
Rückstande, deren Energiegehalt der Phytomasse und der Zoomasse zuordenbar ist.

(2) Biomasse im Sinne des Absatzes 1 sind insbesondere:

1. Pflanzen und Pflanzenbestandteile,
2. aus Pflanzen oder Pflanzenbestandteilen hergestellte Energieträger, deren
sämtliche Bestandteile und Zwischenprodukte aus Biomasse im Sinne des Absatzes 1
erzeugt wurden,
3. Abfälle und Nebenprodukte pflanzlicher und tierischer Herkunft aus der Land-,
Forst- und Fischwirtschaft,
4. Bioabfälle im Sinne von § 2 Nr. 1 der Bioabfallverordnung,
5. aus Biomasse im Sinne des Absatzes 1 durch Vergasung oder Pyrolyse erzeugtes
Gas und daraus resultierende Folge- und Nebenprodukte,
6. aus Biomasse im Sinne des Absatzes 1 erzeugte Alkohole, deren Bestandteile,
Zwischen-, Folge- und Nebenprodukte aus Biomasse erzeugt wurden.

(3) Unbeschadet von Absatz 1 gelten als Biomasse im Sinne dieser Verordnung:
1. Altholz, bestehend aus Gebrauchtholz (gebrauchte Erzeugnisse aus Holz,
Holzwerkstoffe oder Verbundstoffe mit überwiegendem Holzanteil) oder
Industrierestholz (in Betrieben der Holzbe- oder -verarbeitung anfallende Holzreste
sowie in Betrieben der Holzwerkstoffindustrie anfallende Holzwerkstoffreste), das
als Abfall anfällt, sofern nicht Satz 2 entgegensteht oder das Altholz gemäß § 3 Nr. 4 von der Anerkennung als Biomasse ausgeschlossen ist,
2. aus Altholz im Sinne von Nummer 1 erzeugtes Gas, sofern nicht Satz 3
entgegensteht oder das Altholz gemäß § 3 Nr. 4 von der Anerkennung als Biomasse
ausgeschlossen ist,
3. Pflanzenölmethylester, sofern nicht Satz 4 entgegensteht,
4. Treibsel aus Gewässerpflege, Uferpflege und -reinhaltung,
5. durch anaerobe Vergärung erzeugtes Biogas, sofern zur Vergärung nicht Stoffe
nach § 3 Nr. 3, 7, 9 oder mehr als 10 Gewichtsprozent Klärschlamm eingesetzt
werden.
Satz 1 Nr. 1 gilt für Altholz, das Rückstände von Holzschutzmitteln enthält oder das
halogenorganische Verbindungen in der Beschichtung enthält, nur sofern es in
Anlagen eingesetzt wird, deren Genehmigung nach § 4 in Verbindung mit § 6 oder § 16 des Bundes-Immissionsschutzgesetzes zur Errichtung und zum Betrieb spätestens
drei Jahre nach Inkrafttreten dieser Verordnung erteilt ist; als Holzschutzmittel gelten
insoweit bei der Be- und Verarbeitung des Holzes eingesetzte Stoffe mit biozider
Wirkung gegen Holz zerstörende Insekten oder Pilze sowie Holz verfärbende Pilze,
ferner Stoffe zur Herabsetzung der Entflammbarkeit von Holz. Auf den Einsatz von
Gas aus Altholz gemäß Satz 1 Nr. 2 findet Satz 2 entsprechende Anwendung. Satz 1
Nr. 3 gilt nur bei einem Einsatz in Anlagen, die spätestens drei Jahre nach
Inkrafttreten dieser Verordnung in Betrieb genommen werden oder, sofern es sich
um nach den Vorschriften des Bundes-Immissionsschutzgesetzes
genehmigungsbedürftige Anlagen handelt, deren Genehmigung nach § 4 in
Verbindung mit § 6 oder § 16 des Bundes-Immissionsschutzgesetzes zur Errichtung
und zum Betrieb erteilt ist.

(4) Stoffe, aus denen in Altanlagen im Sinne von § 2 Abs. 3 Satz 4 des Erneuerbare-
Energien-Gesetzes Strom erzeugt und vor dem 1. April 2000 bereits als Strom aus
Biomasse vergütet worden ist, gelten in diesen Anlagen weiterhin als Biomasse. Dies
gilt nicht für Stoffe nach § 3 Nr. 4. § 5 Abs. 2 findet keine Anwendung.
§ 3 Nicht als Biomasse anerkannte Stoffe

Nicht als Biomasse im Sinne dieser Verordnung gelten:

1. fossile Brennstoffe sowie daraus hergestellte Neben- und Folgeprodukte,
2. Torf,
3. gemischte Siedlungsabfälle aus privaten Haushaltungen sowie ähnliche Abfälle aus
anderen Herkunftsbereichen,
4. Altholz
a) mit einem Gehalt an polychlorierten Biphenylen (PCB) oder polychlorierten
Terphenylen (PCT) in Höhe von mehr als 0,005 Gewichtsprozent entsprechend der
PCB/PCT-Abfallverordnung vom 26. Juni 2000 (BGBl. I S. 932),
b) mit einem Quecksilbergehalt von mehr als 0,0001 Gewichtsprozent,
c) sonstiger Beschaffenheit, wenn dessen energetische Nutzung als Abfall zur
Verwertung auf Grund des Kreislaufwirtschafts- und Abfallgesetzes ausgeschlossen
worden ist,
5. Papier, Pappe, Karton,
6. Klärschlämme im Sinne der Klärschlammverordnung,
7. Hafenschlick und sonstige Gewässerschlämme und -sedimente,
8. Textilien,
9. tierische Nebenprodukte im Sinne von Artikel 2 Abs. 1 Buchstabe a der
Verordnung (EG) Nr. 1774/2002 des Europäischen Parlaments und des Rates vom 3.
Oktober 2002 mit Hygienevorschriften für nicht für den menschlichen Verzehr
bestimmte tierische Nebenprodukte (ABl. EG Nr. L 273 S. 1), zuletzt geändert durch
die Verordnung (EG) Nr. 93/2005 der Kommission vom 19. Januar 2005 (ABl. EU Nr.
L 19 S. 34), soweit es sich
a) um Material der Kategorie 1 gemäß Artikel 4 Abs. 1 der Verordnung (EG) Nr.
1774/2002 handelt,
b) um Material der Kategorie 2 gemäß Artikel 5 Abs. 1 der Verordnung (EG) Nr.
1774/2002 mit Ausnahme von Gülle, von Magen und Darm getrenntem Magen- und
Darminhalt und Kolostrum im Sinne der genannten Verordnung handelt,
c) um Material der Kategorie 3 gemäß Artikel 6 Abs. 1 der Verordnung (EG) Nr.
1774/2002 mit Ausnahme von Material nach Artikel 6 Abs. 1 Buchstabe c und
Häuten, Hufen, Federn, Wolle, Hörnern, Haaren und Pelzen nach Artikel 6 Abs.
1 Buchstabe k handelt, und dieses Material durch Verbrennen direkt als Abfall
beseitigt wird, oder
d) um Material der Kategorie 3 gemäß Artikel 6 Abs. 1 der Verordnung (EG) Nr.
1774/2002 handelt, das in Verarbeitungsbetrieben für Material der Kategorie
1 oder 2 verarbeitet wird, sowie Stoffe, die durch deren dortige Verarbeitung
hergestellt worden oder sonst entstanden sind,
10. Deponiegas,
11. Klärgas.

Diese Verordnung zur Biomasse hat sich im Alltag bewährt. Ergänzend wurden die
Bestimmungen um mehrere Änderungen erweitert, beziehungsweise angepasst. Eine
Änderung aus dem Jahre 2005 bezieht sich dabei auf das mittlerweile nicht mehr
gültige Tierkörperbeseitigungsgesetz. Die Zuordnung von tierischen Nebenprodukten
bleibt durch diese Änderung jedoch generell unverändert. Im Juni 2009 trat eine
zusätzliche Verordnung der Bundesregierung in Kraft. Sie befasst sich mit den
Anforderungen, die an die nachhaltige Herstellung von flüssiger Biomasse zur
Stromerzeugung zu stellen sind. Auch diese Verordnung besagt eindeutig unter § 2
Begriffsbestimmungen:

(1) Biomasse im Sinne dieser Verordnung ist Biomasse im Sinne der
Biomasseverordnung vom 21. Juni 2001 (BGBl. I S. 1234), die durch die Verordnung
vom 9. August 2005 (BGBl. I S. 2419) geändert worden ist, in der jeweils geltenden
Fassung. Flüssige Biomasse ist Biomasse nach Satz 1, die zum Zeitpunkt des Eintritts
in den Brenn- oder Feuerraum flüssig ist.


Allgemeines

Vereinfacht gesagt lässt sich sagen, dass Biomasse nichts anderes ist, als
biochemisch gespeicherte und gebundenen Sonnenenergie.
Im Zuge der Photosynthese wird dabei Sonnenlicht und Kohlendioxid (CO2) aus der
Umgebungsluft in organisches Material umgewandelt. Wenn man zugrunde legt, dass
das Material der Pflanzen zu über 90 Prozent aus Kohlenstoff, Wasserstoff und
Sauerstoff besteht, so lässt sich auch die Menge der Biomasse hochrechnen, die
jährlich weltweit aufgebaut wird. Fasst man dabei alle Wasserpflanzen und
Landpflanzen zusammen, so kommt man zu dem Ergebnis, dass Jahr für Jahr 1,7 x
1011 Tonnen Biomasse generiert werden. Eine riesige Menge, die es rein rechnerisch
ermöglichen würde, die gesamte Erde für zehn Jahre mit Energie zu versorgen.
Dabei beruht diese Annahme auf der einfachen Gleichung: Sonne + CO2 =
Biomasse.

Der Menschheit steht folglich ein unerschöpfliches Ausmaß an sich konstant selbst
erneuernder Energie zur Verfügung. Dieser ewige Kreislauf hat einen großen Vorteil
gegenüber den fossilen Brennstoffen. Fossile Brennstoffe benötigen Millionen von
Jahre, bis sie gebildet werden und verfügbar sind. Sind Erdöl, Erdgas und Kohle dann
verfügbar, so steht die nur einmal vorhandene Menge lediglich begrenzt zur
Verfügung. Jahrzehntelanger Raubbau dezimierte die globalen Vorkommen darüber
hinaus sehr stark.

Wird Biomasse verbrannt, so kann die gespeicherte Energie relativ leicht wieder
freigesetzt oder umgewandelt werden. Somit eignet sich Biomasse sehr gut zur
Erzeugung von Wärmeenergie und elektrischer Energie. Hinzu kommt die
Verwendung von Biomasse bei der Produktion von Biokraftstoffen. Hier dient sie als
Ausgangsmaterial. Im Zuge der Verbrennung von Biomasse wird gleich viel CO2
freigesetzt, wie die Pflanzen zuvor biochemisch gebunden haben. Die CO2-Bilanz fällt
somit ausgeglichen aus und lässt sich in folgender Gleichung vereinfacht ausdrücken:
Biomasse = Energie + CO2.

Der guten Ordnung halber darf jedoch nicht übersehen werden, dass im Zuge der
Verbrennung von Biomasse durchaus auch Schadstoffe entstehen können, die jenen
Schadstoffen ähneln, die bei der Verbrennung fossiler Rohstoffe entstehen. Biomasse
kann somit, wenngleich sie ein erneuerbarer Energieträger ist, ebenso zur globalen
Erwärmung beitragen. Im Besonderen geschieht dies dann, wenn das natürliche
Gleichgewicht des Kohlenstoffes gestört wird und aus der Balance gerät. Das
Abholzen größerer Waldflächen oder die Bebauung von Grünflächen sind Beispiele für
solche Störungen, wie sie täglich anzutreffen sind.

Da Pflanzen die einzigen bekannten Lebewesen sind, die Sonnenenergie effizient
ausnutzen können, wird durch die Zucht spezieller Pflanzensorten versucht, den
Wirkungsgrad der Pflanzen bei der Umwandlung von Sonnenenergie in Biomasse zu
erhöhen. Somit konzentriert sich die Forschung darauf, den Anteil an biochemisch
gebundener Energie zu erhöhen, der bei einer Verwendung von Biomasse als
Biokraftstoff beim momentanen Stand der Entwicklung tatsächlich genutzt wird.
Hinter diesem Bemühen steht der Gedanke, dass durch eine Erhöhung
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