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Green-Economy - Nachrichten - Pressemitteilung des vorläufigen Insolvenzverwalters der Solar Millennium AG: Verkaufsprozess läuft an
Unternehmensprofil
Solar Millennium - Wir entwickeln die Zukunft
Die Solar Millennium AG, Erlangen, ist ein global tätiges Unternehmen im Bereich erneuerbarer Energien mit dem Schwerpunkt auf solarthermischen Kraftwerken. Zusammen mit den Tochtergesellschaften hat sich das Unternehmen auf Parabolrinnen-Kraftwerke spezialisiert, eine erprobte und zuverlässige Technologie, in der der Konzern weltweit eine Spitzenposition einnimmt. Solar Millennium hat in Spanien die ersten Parabolrinnen-Kraftwerke Europas entwickelt und mit Partnern realisiert. Weitere Projekte mit einer Leistung von über 2.000 Megawatt befinden sich weltweit in Planung. Regionale Schwerpunkte sind derzeit Spanien, USA, China und Nordafrika.
Solarenergie
05.01.2012 - Pressemitteilung des vorläufigen Insolvenzverwalters der Solar Millennium AG: Verkaufsprozess läuft an
Erlangen - Der vorläufige Insolvenzverwalter der Solar Millennium AG, Volker Böhm, hält den Geschäftsbetrieb des insolventen Unternehmens aufrecht, um eine Investorenlösung zu ermöglichen. Böhms Ziel ist es, die Projektgesellschaften als Paket oder einzeln an einen oder mehrere Investoren zu veräußern. Dieses Vorhaben schließt die amerikanische Tochtergesellschaft „Solar Trust“ sowie die weiteren Unternehmensbeteiligungen mit ein.

Die Solar Millennium AG projektiert und finanziert weltweit Solarkraftwerke. „Solar Millennium verfügt mit seinem international erfahrenen Projektentwicklungs-Team über erhebliches Know-how“, betonte Böhm heute in Erlangen am Sitz des Unternehmens. Böhm hat die Unternehmensberatung Deloitte mit der Investorensuche beauftragt. „Der nun beginnende Investorenprozess wird es ermöglichen, den Wert der vorhandenen Projekte und Beteiligungen nach den Maßstäben des Marktes zu ermitteln.“

Eine besondere Herausforderung im Verkaufsprozess bildet die heterogene Struktur des Unternehmens-Portfolios. Solar Millennium unterhält insgesamt rund 60 Projektgesellschaften und Beteiligungen an Unternehmen in zahlreichen Ländern weltweit, v.a. in Deutschland, den USA und Spanien, aber auch in Ländern wie Israel, Marokko, Türkei und Ägypten, wobei die zugrunde liegenden Verträge überwiegend nach jeweils nationalem Recht geschlossen worden sind. Die Projekte befinden sich überwiegend in sehr frühen Entwicklungsstadien: Nur ein Kraftwerk ist bereits fertig gestellt; ein weiteres befindet sich in Bau. Zudem werden die Projekte gemeinsam mit industriellen Partnern umgesetzt. Dies bedeutet, dass die Weiterführung oder der Verkauf für jede Gesellschaft einzeln verhandelt werden muss, und das mit einer Vielzahl von Partnern. Hinzu kommt, dass bei einzelnen Gesellschaften die Möglichkeit besteht, dass die anderen Gesellschafter infolge des Insolvenzverfahrens berechtigt sind, die Geschäftsanteile der Solar Millennium AG einzuziehen. Dies alles, so Böhm, mache das Ziel, die Projekte zu erhalten, nicht einfacher. Insolvenzverwalter-Team und Unternehmensmitarbeiter arbeiteten aber mit Hochdruck an Lösungen.

Die Lohn- und Gehaltszahlungen der 60 von der Insolvenz betroffenen Mitarbeiter sind über das Insolvenzgeld für drei Monate, also einschließlich Februar 2012, gesichert. In den Solar Millennium-Projektgesellschaften und -beteiligungen sind noch einmal rund 250 Mitarbeiter beschäftigt. Diese Gesellschaften sind zurzeit nicht von Insolvenz betroffen.

Inwieweit die Anleger damit rechnen können, wenigstens einen Teil ihres Geldes zurück zu erhalten, hängt von der Form ihres Investments ab: Ein Großteil der Projekte hat die Solar Millennium u.a. über fünf so genannte Inhaber-Teilschuldverschreibungen in einem Anleihevolumen von knapp 227 Mio. Euro finanziert. Diese Teilschuldverschreibungen wurden nach aktuellem Stand von rund 16.000 Anlegern erworben, die damit direkt in die AG investiert haben. Die Inhaber dieser Teilschuldverschreibungen sind damit Gläubiger im Insolvenzverfahren und erhalten mit Abschluss des Insolvenzverfahrens die gleiche Quote wie alle anderen unbesicherten Gläubiger auch. Dazu müssen sie ihre Forderung beim Insolvenzverwalter anmelden, aber erst nach Verfahrenseröffnung, die voraussichtlich im März 2012 erfolgen wird. Wie hoch die Quote sein wird, lässt sich heute noch nicht prognostizieren.

Zusätzlich hat die Solar Millennium AG zur Finanzierung von zwei Projekten geschlossene Fonds aufgelegt. Hierbei handelt es sich um die „Andasol Fonds GmbH & Co. KG“ und die „Ibersol Fonds GmbH & Co. KG“. Die gesellschaftsrechtlichen Strukturen der beiden Fonds sind weitestgehend identisch. Beide Fonds haben nicht Insolvenz angemeldet und sind rechtlich selbständige Gesellschaften. Das bedeutet: Anleger, die Fonds-Beteiligungen erworben haben, sind Kommanditisten der jeweiligen Fonds-Gesellschaft und damit nicht unmittelbar Gläubiger der Solar Millennium AG.

Das Andasol-Projekt (rd. 48 Mio. Euro eingesammeltes Kapital; 3.569 Anteilseigner) ist bereits abgeschlossen; das Kraftwerk hat vor kurzem mit der Stromerzeugung begonnen. Der Ibersol-Fonds (rd. 6,6 Mio. Euro eingesammeltes Kapital; 537 Anteilseigner) wurde hingegen noch vor Insolvenzantragstellung vorzeitig beendet. Die bislang eingesammelten Gelder wurden auf einem Treuhandkonto hinterlegt und sollen nach einer entsprechenden Beschlussfassung der Ibersol Fonds GmbH & Co. KG im Rahmen einer Rückabwicklung des Fonds wieder an die Fondsgläubiger ausgezahlt werden. Die Rückabwicklung wird jedoch nicht von der Solar Millennium AG vorgenommen, sondern von der Fonds-Gesellschaft selbst. Die Anteilseigner werden von ihrem Fonds gesondert unterrichtet.

Für die rund 14.000 Aktionäre der Solar Millennium AG sieht die Situation dagegen anders aus. Als Gesellschafter der AG hätten sie in einem Insolvenzverfahren erst Anspruch auf Zahlungen, wenn die Forderungen aller Gläubiger zu 100 % befriedigt wären. Für alternative Lösungen wie ein Insolvenzplanverfahren gibt es zurzeit keine Ansatzpunkte.

Bezüglich der wiederholt geäußerten Vorwürfe gegen das Unternehmen wies Böhm darauf hin, dass es zu seinen Aufgaben gehört, mögliche Schadenersatzansprüche gegen Verantwortliche zu prüfen und durchzusetzen. Zurzeit stehe aber im Vordergrund, das Unternehmen und die vorhandenen Werte zu sichern.
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