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Green-Economy - Nachrichten - BDEW veröffentlicht Stromzahlen 2011 - Herausforderungen 2012
Unternehmensprofil
Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW)
Der „Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft“, abgekürzt BDEW, ist ein Spitzenverband, der sich aus den Vertretern verschiedener deutschen Unternehmen aus dem Bereich der Strom-, Gas- und Wasserversorgung zusammensetzt. Der BDEW setzt sich insbesondere für einen fairen und möglichst freien Wettbewerb ein, wobei der BDEW auch die technischen, wirtschaftlichen und politischen bzw. rechtlichen Interessen der einzelnen Verbandsmitglieder in der Öffentlichkeit vertritt.

Der BDEW sieht sich selbst als „Stimme der Versorgungsunternehmen“, da im „Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft“ sowohl große überregionale Versorgungsunternehmen als auch kleinere regionale Versorger vertreten sind, so dass der Verband selbst eine relativ breite Masse von verschiedenen Versorgungsunternehmen mit unterschiedlichen und teilweise sogar gegensätzlichen Interessen vertritt. Der „Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft“ entstand im Juni 2007 aus der Fusion der vier bis dato unabhängigen Branchenverbände „Bundesverband der deutschen Gas- und Wasserwirtschaft („BGW“)“; „Verband der Verbundunternehmen und Regionalen Energieversorger in Deutschland („VRE“)“; „Verband der Netzbetreiber („VDN“) und dem „Verband der Elektrizitätswirtschaft („VDEW“)“. Der BDEW hat seinen Dienstsitz in der deutschen Bundeshauptstadt Berlin.

Laut Angaben des Verbandes repräsentiert der BDEW bundesweit mehr als 1.800 Unternehmen, diese 1.800 Unternehmen erwirtschaften bundesweit etwa 90 Prozent des Stromabsatzes und circa 60 Prozent des sogenannten Nah- und Fernwärmeabsatzes, darüber hinaus versorgen die im BDEW vertretenen Unternehmen eigenen Angaben zufolge etwa 80 Prozent der deutschen Haushalte mit Trinkwasser, außerdem sind die einzelnen im „Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft“ vertretenen Firmen für die Entsorgung von etwa 60 Prozent des jährlichen deutschen Abwasser-Aufkommens verantwortlich.

Anhand dieser Zahlen wird schnell deutlich, dass der BDEW den wichtigsten deutschen Branchenverband im Bereich der Energie- und Wasserversorgung darstellt. Im BDEW sind Unternehmen aus allen Branchensektoren vertreten. Um die Interessen der Verbandsmitglieder angemessen repräsentieren und zur Geltung bringen zu können, setzt der „Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft“ vor allem auf den direkten Dialog zwischen den einzelnen Verbandsmitgliedern sowie auf die Nähe zu Politik und Medien. Die enge Verbindung zwischen dem BDWE und der Politik zeigt sich dabei unter anderem an der Tatsache, dass die Bundestagsabgeordnete und Staatsministerin im Bundeskanzleramt, Hildegard Müller, seit dem vierten Quartal des Jahres 2008 den Posten als Vorsitzende der BDWE-Geschäftsführung bekleidet. Die wichtigsten Ziele der BDWE-Politik sind eine weitreichende Deregulierung des Energie- und Wassermarktes, laut Ansicht des BDWE sorgt eine Liberalisierung und Deregulierung des Marktes für mehr Wettbewerb und eine größere Markttransparenz, was letztlich vor allem den Verbrauchern zu Gute kommt.

Der BDWE versteht sich selbst zwar nicht als „Wirtschaftslobby“, allerdings finden sich nur wenige unabhängige Informationen über den BDWE, so dass Kritiker dem BDWE immer wieder mangelnde Transparenz und eine unzureichende Informationspolitik vorwerfen.
Erneuerbare Energien
11.01.2012 - BDEW veröffentlicht Stromzahlen 2011 - Herausforderungen 2012
Berlin - Der Stromverbrauch in Deutschland ist im Jahr 2011 stabil geblieben. Die Stromerzeugung ging im Vergleich zum Vorjahr leicht zurück. Das geht aus ersten Schätzungen des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) für das Jahr 2011 hervor. Der positive Trend beim Ausbau der Erneuerbaren Energien hat sich im vergangenen Jahr fortgesetzt: Der Dezember 2011 war mit einer Produktion von rund 8,5 Milliarden Kilowattstunden aus Windenergieanlagen der erfolgreichste Windmonat seit diese Technologie zur Erzeugung von Strom in Deutschland eingesetzt wird. Der Anteil der Erneuerbaren Energien an der Stromerzeugung betrug nach BDEW-Angaben 2011 gut 20 Prozent. "Das starke Wachstum der Erneuerbaren Energien ist erfreulich, erhöht aber gleichzeitig auch den Handlungsdruck für den Netzausbau, die Übernahme von Systemverantwortung und die Marktintegration der Erneuerbaren. Der Blick auf rein quantitative Ausbauerfolge reicht nicht mehr aus. Die Erneuerbaren Energien müssen Systemverantwortung übernehmen. Die zum Jahresbeginn eingeführte Marktprämie ist ein erster, richtiger Schritt", betonte Hildegard Müller, Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung.

Die gute Windsituation im Dezember hatte auch ihre Schattenseiten für den Netzbetrieb. Während die Winderzeugung im Norden Deutschlands auf hohem Niveau war, kam die Systemstabilität im Süden Deutschlands in Bedrängnis. So musste Deutschland am 8. und 9. Dezember 2011 zum ersten Mal auf Kapazitäten von österreichischen Reservekraftwerken zurückgreifen, um die Versorgungssicherheit zu gewährleisten. "Viel Wind im Norden, ausgelastete Netze in der Mitte und ein Erzeugungsengpass im Süden Deutschlands führten dazu, dass Reservekapazitäten von Gas- und Ölkraftwerken aus Österreich genutzt werden mussten, um die Nachfrage zu bedienen. Das kann dauerhaft nicht im Sinne der Energiewende sein. An diesem Beispiel zeigt sich ganz konkret, wie dringend notwendig ein schnellerer Netzausbau in Deutschland ist", erklärte Hildegard Müller.

Auch die Kosten, die mit dem Ausbau der Erneuerbaren verbunden sind, steigen nach BDEW-Schätzungen im Jahr 2012 auf über 14 Milliarden Euro und müssten im Auge behalten werden. Müller: "Die Erneuerbaren Energien selber müssen in Zukunft nicht nur aus Kostengesichtspunkten stärker auf Marktsignale reagieren. Mit dem Prinzip 'produce and forget' - also der Stromerzeugung, wann immer sie möglich ist, und nicht, wenn der Strom gebraucht wird - ist das Ziel eines tragfähigen Energieversorgungssystems auf Basis der Erneuerbaren nicht zu erreichen. Hier kann die so genannte optionale Marktprämie, die zum 1. Januar eingeführt wurde, einen sinnvollen Beitrag leisten."

Mit der optionalen Marktprämie werden Anreize für eine bedarfsgerechte und marktorientierte Erzeugung in das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) integriert. Der Betreiber einer Anlage zur regenerativen Stromerzeugung kann monatlich entscheiden, ob er sich den Strom über das EEG vergüten lässt oder diesen Strom selbst an der Börse vermarktet. Für den Monat Januar 2012 haben mehr Betreiber von Windenergien-Anlagen als je zuvor angekündigt, ihren erneuerbaren Strom - jetzt im Rahmen der optionalen Marktprämie - direkt an der Börse zu verkaufen. "Die hohen Anmeldezahlen zur Direktvermarktung von Windstrom im Januar sind sehr erfreulich, aber nicht überraschend. Diese Zahlen für die Windenergieanlagen an Land liegen noch im Bereich der Erwartungen. Hier wurde bei Berechnungen im Vorfeld der EEG-Novelle eine Vermarktungsquote von 40 Prozent erwartet, die nun mit 43 Prozent im Januar ziemlich genau erfüllt wird", erläuterte die Vorsitzende der BDEW-Hauptgeschäftsführung.

"Im Übrigen kann jetzt auch nicht die Rede von angeblich überbordenden Mitnahmeeffekten bei der so genannten "Managementprämie" sein, die Teil der Marktprämie ist. Die Managementprämie wird entsprechend der gesetzlichen Vorgaben richtigerweise schrittweise abgebaut. Zudem waren diese Kosten, die nun direkt bei den Anlagenbetreibern zur Vermarktung anfallen, bislang bei den Übertragungsnetzbetreibern angesiedelt. Und natürlich soll dieses System auch einen Anreiz zur Vermarktung geben, sonst würden alle Betreiber im EEG bleiben und sich nicht in den Markt begeben. Das ist der Sinn der Marktprämie", so Müller.

Müller machte weiter deutlich, dass der BDEW die Entwicklung der Markprämie beobachten und gegebenenfalls Anpassungsvorschläge unterbreiten werde, um ungewollte Mehrkosten zu vermeiden. Elf Tage nach Einführung dieser neuen Marktprämie sei es jedoch für eine Prognose zur weiteren Entwicklung und Bewertung der Maßnahmen deutlich zu früh. Hier müsste eine detaillierte Untersuchung der anfallenden Kosten erfolgen sowie die Erfahrungen und Entscheidungen der Anlagenbetreiber in den nächsten Monaten dieses Jahres erst einmal abgewartet werden. Der Gesetzgeber habe das System so ausgestaltet, dass es je nach den Entwicklungen angepasst werden könne. Müller: "Der BDEW hat immer deutlich gemacht, dass dies ein lernendes System sein muss."

Der BDEW geht nach vorläufigen Schätzungen für 2011 davon aus, dass der Stromverbrauch in Deutschland mit rund 607 Milliarden Kilowattstunden (Mrd. kWh) stabil geblieben ist (2010: 610 Mrd. kWh). Im Vergleich zum Vorjahr bedeutet dies einen leichten Rückgang von voraussichtlich rund 0,5 Prozent. Der Branchenverband begründet diese Entwicklung mit der im Vergleich mit anderen Ländern guten Konjunkturlage in Deutschland. Außerdem habe der nicht sehr heiße Sommer und milde Winter in 2011 dämpfend für den Verbrauch gewirkt.

Die Stromerzeugung ging nach BDEW-Schätzungen im Vergleich zum Vorjahr auf 612 Mrd. kWh (2010: 628) zurück. Dies bedeutet ein Minus von rund 2,5 Prozent. Dies sei ebenfalls witterungsbedingt auf einen insgesamt niedrigeren Strombedarf und auf einen Rückgang der Stromausfuhren zurückzuführen, teilte der BDEW mit.
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