Umweltschäden zehren 5 bis 20 Prozent aller Bruttosozialprodukte auf
Nach Schätzungen des
Naturefund beläuft sich allein der wirtschaftliche Beitrag der Mangrovenwälder und der Korallenriffe je nach Region auf 200.000 bis 900.000 Dollar pro Quadratkilometer und Jahr. Der britische Ökonom Nicholas Stern rechnete 2006 alle diese Zahlen zusammen und kam auf eine Schwindel erregende Summe.
Die Umweltschäden, zumal die durch die Klimaerwärmung verursachten, werden Stern zufolge 5 bis 20 Prozent aller Bruttosozialprodukte aufzehren und die Welt damit in eine tiefe Rezession führen. Die Investitionen, um den
Klimawandel auf zwei Grad Celsius zu begrenzen, würden laut Stern nur 1 Prozent kosten. Wenn uns solche Gefahren drohen, warum ist es dann trotzdem so schwer, die notwendigen Ausgaben zur Rettung der Erde zu bewilligen?
Umwelt nur am Rande des Bewusstseins
Nach der in den westlichen Leistungsgesellschaften vorherrschenden Wertvorstellung ist die Umwelt außerhalb von uns. Die Gesellschaft, so unsere Wahrnehmung, ist von der Natur mehr oder weniger unabhängig, die Schäden an ihr gelten als »Lateralschäden« – als Unfälle fernab vom eigentlichen System.
Die Umwelt steht nur am Rande des modernen Bewusstseins. Dieses utilitaristische, auf Nützlichkeit ausgerichtete Denken spiegelt sich auch in den klassischen Indikatoren der Wertschöpfung wie Wachstum und Bruttoinlandsprodukt wider.
Ihre Katja Wiese
Klimawandel
Der Begriff „Klimawandel„ wird als Synonym für die Veränderung des Klimas auf der Erde über einen längeren Zeitraum hinweg gebraucht. ...mehr