Wie Anleger vom sauberen Investmentboom profitieren
Die USA denkt endlich um, und sogar in China hat der Wandel eingesetzt. Nahezu die Hälfte des Konjunkturprogramms der Chinesen fließt in Umweltschutzmaßnahmen. Produkte, Technologien und Prozesse, die den Verbrauch von Ressourcen, Umweltschäden und Kosten reduzieren, haben ihren Weg aus der Nische gefunden. Grüne Technologie oder auch
Cleantech ist zu einem globalen Megathema geworden. Das ist auch für unabhängige Spezialisten wie Claudia Kemfert, Klimaexpertin beim Deutschen Institut für Wirtschafts-forschung (DIW), klar:
Klimaschutz sei der Wirtschaftsmotor der Zukunft. Und Matthias Machnik, Staatssekretär im Bundesumweltministerium, erklärt: „In den grünen Zukunftsmärkten eröffnen sich für innovative Unternehmen gewaltige Chancen, die als Folge der Megatrends nachhaltiger Entwicklung (Bevölkerungs-wachstum, Ressourcenknappheit, Klimawandel) entstehen. Energieeffizienz, nachhaltige Wasserwirtschaft, nachhaltige Mobilität, Energieerzeugung,
Rohstoff- und Materialeffizienz sowie
Abfall- und Kreislaufwirtschaft zählen zu diesen zentralen Zukunftsmärkten.“ Einer Studie von Roland Berger zufolge kann der Markt für Umwelttechnologien bis zum Jahr 2030 um jährlich acht Prozent wachsen. Zum Vergleich: Die Prognosen für den Fahrzeugbau liegen bei drei Prozent Wachstum pro Jahr und für den Maschinenbau bei zwei Prozent jährlich.
Ökologie und Ökonomie - ein Widerspruch?
Auch auf Anlegerseite wächst das Umweltbewusstsein und die Einsicht, mit
Cleantech heute in eine saubere Welt von Morgen investieren zu können. Laut einer von Roland Berger in Auftrag gegebenen Studie gaben 80 Prozent der Befragten
Klimaschutz als zentrales Thema an, 85 Prozent möchten durch eigenes Handeln zum
Klimaschutz beitragen.
Die gute Nachricht: Wer bei seinen Investitionen nachhaltige Kriterien berücksichtigt, muss nicht einmal auf Rendite verzichten. Langfristige Studien beweisen längst, dass sich Okönomie und Ökologie durchaus renditeträchtig miteinander vereinbaren lassen.
Nachhaltigkeit wird von der Börse belohnt: Über einen Zeitraum von 12 Jahren schlug sich der Dow Jones Sustainibility Index deutlich besser als der Weltindex MSCI World.
Eine Investition in
Cleantech kann also gut angelegtes Kapital sein. Wahllos zugegriffen werden sollte jedoch nicht. Neben Aktien und Fonds können in einem jungen Markt wie jenem für Umwelt und
Nachhaltigkeit alternative Anlageklassen wie zum Beispiel Private Equity berücksichtigt werden – vor allem bei neuen Markttrends.
Will der Anleger sich im Bereich
Cleantech engagieren, gilt es einiges zu beachten. Wie in allen vergleichsweise jungen Branchen muss sich der Investor auf eine höhere Schwankungsbreite seiner Investments einstellen. Dies gilt weniger für breit aufgestellte Nachhaltigkeitsfonds als spezialisierte Branchenfonds aus dem Umwelt- und Neue Energien – Segment. Phasen der Euphorie führen nicht selten zu Überbewertungen, Phasen der Ernüchterung zu übertriebenen Kursrückgängen und zum Teil deutlichen Unterbewertungen. Beides hat der Markt innerhalb der vergangenen zwei Jahre gesehen. Branchenfonds sind daher eher zur Portfoliobeimischung geeignet denn als Schwerpunkt der Anlagestrategie. Für den längerfristig orientierten Anleger bieten aber gerade die deutlichen Kursrückgänge in den vergangenen 18 Monaten die Chance, sich auf ermäßigtem Bewertungsniveau in einem attraktiven Wachstumssektor zu positionieren.
Lesen Sie im nächsten Expertenblog im September mehr zu Investmentmöglichkeiten und aussichtsreichen Branchen.
Ihr "Nachhaltigkeitsduo" Olaf Köster (Leiter Fondsmanagement der VCH Vermögensverwaltung AG)
und Gerhard Lenschow (Geschäftsführer HANSAINVEST)
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