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Pharmaindustrie im Fokus
16.09.2009 20:02 von
Manuela Fröhlich
Ein neues Rezept für die Schwellenländer
Für die großen Pharmakonzerne waren die USA mit ihrer unregulierten Preisbindung für Arzneimittel der größte Markt, um Gewinne zu erwirtschaften. An den Entwicklungsländern hingegen hatten sie nur ein geringes wirtschaftliches Interesse, aufgrund der geringen Kaufkraft und des unzureichenden Markenschutzes in diesen Ländern. In den letzten 15 Jahren glich die Verteidigung wirtschaftlicher Interessen und die Erfüllung der Forderungen seitens der Zivilgesellschaft und der Politik nach bezahlbaren Arzneimitteln tatsächlich einem Drahtseilakt. Ganz gleich jedoch, wie großzügig die Arzneimittelspenden ausfallen, nehmen sich solche Anstrengungen angesichts der tödlichen HIV/Aids-Pandemie oder auch der zunehmenden Lifestyle-Erkrankungen, wie Diabetes und Herzerkrankungen, klein aus.

Da die Länder mit mittleren Einkommen inzwischen stärker als die westlichen Länder wachsen, eröffnen diese Märkte trotz ihrer Risiken reale Chancen. F&C appeliert seit Jahren an Pharmaunternehmen, über ihren philanthropischen Ansatz hinaus integrierte Geschäftsstrategien für die weniger profitablen Märkte zu entwickeln, die die Zugangsproblematik und wirtschaftliche Lösungen miteinander in Einklang bringen. Solche Unternehmen müssen ihre Stärken in Wisschenschaft und Innovationen nutzen und mehr tun, um die Hindernisse im Zusammenhang mit dem Zugang zu Arzneimitteln, wie z.B. hohe Preise, komplexe Dosierungen oder Anforderungen an die Lagerhaltung, unzugängliche Gesundheitssysteme, schlechte physische Infrastruktur und Fälschungen, zu beseitigen und neue kommerzielle Lösungen zu entwickeln, um Krankheiten in den ärmsten Ländern zu bekämpfen.

F&C arbeitet seit 2001 mit den Branchenriesen Pfizer und GlaxoSmithKline (GSK) zusammen und hat das Thema Zugang zu Arzneimitteln in Schwellenländern aus verschiedenen Perspektiven beleuchtet. Dank unserer Engagement-Arbeit hatten wir besondere Chancen, die Debatte voranzubringen. Unter anderem trafen den CEO von GlaxoSmithKline, nahmen an einer zweitägigen Seminarveranstaltung mit über 50 Pfizer-Managern teil, um uns über die Zugangsstrategie von Pfizer zu informieren und drehten wir einen Videofilm für Pfizer-Mitarbeiter über das Interesse der Investoren an einem kommerziellen Ansatz für die Schwellenländer.

Wendepunkt: Von Konkurrenten zu Kooperationspartnern
Die Pharmabranche wandelt sich rasant: Mega-Unternehmen schließen sich zusammen und neue Allianzen sprießen aus dem Boden. Ein historisch beispielloses Bündnis erlebte die Branche jedoch, als GlaxoSmithKline und Pfizer im April 2009 die Ausgliederung ihrer jeweiligen HIV-Sparten in ein gemeinsam kontrolliertes Unternehmen ankündigten. Ihr erklärtes Ziel war ein neuer Ansatz, eine tödliche Krankheit zu bekämpfen, die in den Schwellenländern und in Ländern mit geringen Einkommen einen unverhältnismäßig hohen Prozentsatz der Bevölkerung betrifft. Im Mai 2009 traf F&C den CEO von GlaxoSmithKline, Andrew Witty, um über die innovative HIV-Strategie von GSK zu diskutieren und das Engagement auf höchster Führungsebene, mehr Kunden in den Schwellenländern zu gewinnen. Noch ist es zu früh, jedoch könnte der frische und kreative Ansatz, mit dem GlaxoSmithKline und Pfizer ihre HIV-Sparte managen, ihnen in der Entwicklung und im Vertrieb von HIV-Medikamenten einen strategischen Vorsprung schaffen.

Vor kurzem kündigte GlaxoSmithKline an, mehr als 100 Medikamente des indischen Generika-Herstellers Dr. Reddy verkaufen zu wollen. Mit Hilfe dieser strategischen Partnerschaft wird GlaxoSmithKline seine Reichweite und Kapazität über die herkömmlichen, hochpreisigen Blockbuster-Präparate hinaus vergrößern können. Dies wird eine neue Möglichkeit eröffnen, von der weltweit steigenden Nachfrage nach besserer Gesundheitsversorgung zu profitieren. Bei Pfizer fand im Jahr 2008 eine drastische Umstrukturierungsmaßnahme statt, im Zuge derer innerhalb des Human-Pharmageschäfts eine eigene Emerging-Markets-Sparte gegründet wurde. Dies ist ein weiteres deutliches Indiz dafür, dass das Unternehmen eine Neuausrichtung an den Chancen in unterinvestierten Märkten beabsichtigt. F&C hat bereits Vertreter von Pfizer getroffen, um über das öffentliche Berichtswesen zu sprechen und die Notwendigkeit einer verstärkten Offenlegung der Strategien in den Schwellenländern sowie im Zusammenhang mit dem Zugang zu Arzneimitteln zu unterstreichen. Geplant ist zudem, im nächsten Quartal gemeinsam mit dem Unternehmen an dessen Corporate-Responsibility-Programmen zu arbeiten.

Sehr wahrscheinlich wird der Drahtseilakt in der Pharmabranche noch eine Weile anhalten. Denn die Unternehmen müssen die Balance zwischen den Forderungen nach einem besseren Zugang zu lebenswichtigen Arzneimitteln einerseits und den Forderungen der Aktionäre nach Wachstum und Gewinn andererseits finden. Die beiden Branchenvertreter GlaxoSmithKline und Pfizer haben jedoch ganz deutlich neue Wege beschritten. Die Allianz zwischen GlaxoSmithKline und Pfizer ist einzigartig und zeigt eine neue Bereitschaft, der Krankheit mit einem kooperativeren Ansatz zu begegnen, um wissenschaftliche, soziale und kommerzielle Ergebnisse zu erzielen. Außerdem dürfte die zunehmende Fokussierung der beiden Pharmakonzerne auf die kommerziellen Chancen in den Schwellenländern neue Behandlungsmethoden gegen vernachlässigte Krankheiten, andere Vertriebsstrukturen (Medikamente dort erhalten, wo sie am dringendsten gebraucht werden), neue Rezepturen für bestehende Medikamente, wichtige öffentlich-private Partnerschaften (PPP) und weitere Innovationen nach sich ziehen, von denen die ehemals unterversorgten Gebiete profitieren. Eine solche Diversifikation in neue Märkte wird auch vor dem Hintergrund begrüßt, dass die Obama-Administration mit dem zweifachen Problem der nichtkrankenversicherten US-Bürger und der teueren Gesundheitsversorgung kämpft. Dies deutet darauf hin, dass auf die Pharmabranche, die einstige „Cash Cow“ der USA, magere Zeiten zukommen.

Herzlichst Ihre Manuela Fröhlich
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