Angesichts der riesigen Verluste und der massiven Vernichtung von Vermögenswerten bei den großen Finanzinstituten, was in einigen Fällen in einem kompletten Zusammenbruch endete, hat das Vertrauen in die Unternehmensführung schwer gelitten. Bei vielen Insituten die heute von staatlichen Rettungsschirmen abhängen, wie z.B. RBS, Citigroup, Fortis und UBS wurden die Boards 2008 überprüft. Aber bei anderen Unternehmen, wo der Vorstand und Aufsichtsrat versagt haben, wurde versäumt, die nötigen Reformen durchzuführen. Dies führte dazu, dass F&C das Instrument der Stimmrechtsausübung nutzt, um sehr klare Signale sowohl für gute als auch für schlechte Performance von Boards zu setzen.
1. Wir forderten die Berufung neuer, unabhängiger Boardmitglieder sowie neue Mitglieder in den Prüfungs-, Risiko- und Vergütungsausschüssen.
- Bei Wells Fargo und Bank of America sprachen wir uns gegen Boardmitglieder aus, die im Zuge der Übernahme von Wachovia bzw. Merrill Lynch in das Board gekommen waren. Zwar sind diese mit dem neu übernommenen Geschäft vertraut. Aufgrund ihrer Mitgliedschaft in Prüfungs- und Risikoausschüssen von gescheiterten Banken haben sie sich jedoch für künftige Führungsaufgaben disqualifiziert. Obwohl daraufhin fünf Mitglieder der Bank of America das Board verließen und vier neue Mitglieder berufen wurden, gehören viele der von uns abgelehnten Boardmitglieder weiterhin dem 18-köpfigen Board an.
- Bei JPMorgan Chase unterstützten wir mehrere lang gediente Boardmitglieder, die wir 2008 abgelehnt hatten, als Anerkennung für die guten Leistungen, während sie das Unternehmen durch die Krise führten.
2. Wir hinterfragten die
Leistung von Gremien, die mit der Risikoüberwachung betraut waren (z.B. Prüfungs-, Risiko- oder Finanzausschuss) wo schlechtes Risikomanagement letztlich zu massiven Abschreibungen führte.
- Bei der Lloyds Banking Group und Morgan Stanley stimmten wir gegen die Vorsitzenden der Prüfungsausschüsse. Bei Morgan Stanley plädierten wir für einen Austausch des Prüfungsausschusses 2009.
3. Wir brachten unsere Bedenken über die Strategien der Bank zum Ausdruck, vor allem im Bezug auf schlecht durchdachte Übernahmen und andere Entscheidungen, die einen staatlichen Eingriff erforderlich machten:
- Bei der Bank of America stimmten wir gegen den Chairman und CEO, Ken Lewis. Gründe waren die mangelhafte Due-Diligence-Prüfung der Übernahme von Merrill Lynch, die verspätete Veröffentlichung wichtiger Informationen über die Verluste von Merrill Lynch an die Aktionäre sowie die exzessiven Bonuszahlungen an Top-Manager von Merrill Lynch. Nach der Jahreshauptversammlung verlor Lewis seinen Titel Chairman, er steht jedoch weiterhin an der Spitze der Bank. Außerdem sprachen wir uns gegen weitere Leistungen an seinen Vorgänger Charels Gifford aus, der die Bank Bank of America fast 1 Mio. US-Dollar für die persönliche Nutzung eines Firmenjets kostete. Und das zu einer Zeit, wo das Unternehmen unter außergewöhnlicher Beobachtung der Öffentlichkeit steht, wegen seiner Verwendung der Ressourcen.
- Bei der Commerzbank trafen wir nach der ungünstig terminierten Übernahme der Dresdner Bank, die mit einer Verstaatlichung durch die Bundesregierung endete, die symbolische Entscheidung, gegen die routinemäßigen "Entscheidungen des Boards" zu stimmen. Bei RBS und der Lloyds Banking Group enthielten wir uns bei der Abstimmung über den Geschäftsbericht, um unsere schweren Bedenken über die Unternehmensführung 2008 zum Ausdruck zu bringen, ganz zu schweigen von der desaströsen Übernahme von HBOS durch Lloyds.
Ihre Manuela Fröhlich
Leistung
Die Leistung ist die physikalische Größe für eine verrichtete Arbeit in einer bestimmten Zeit. Das Formelzeichen für die Leistung ist P, die Einheit wird dabei in Watt angegeben. ...mehr